Marillenknödel sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Österreichisch Böhmischen (Dessert) “Schmankerl” Küche. Die Zubereitungsarten variieren je nach
Gusto, Tradition oder Bundesland. Egal ob mit gekochten mehligen Erdäpfeln, oder mit einem Topfen Mehl Teig. Schmecken müssen sie. Und noch eines, die
Teig Umhüllung sollte dünn, und gleichmäßig sein. Dass die Marille den richtigen Reifegrad haben sollte versteht sich von selbst. Sogar in Österreich
sind Wachauer Marillen selten zu bekommen. Der lateinische Name Prunus armenica, in Mittel Europa meist unter Aprikose bekannt nennt sich in Österreich und Südtirol Marille. Diese Frucht gehört wie die Pflaumengewächse, zu der Rosengewächs zugehörigen Gattung Prunus. Ursprünglich aus dem Nordosten
Chinas stammend, erreichte sie etwa 60 vor Christus Europa. In Österreich ist das Hauptanbaugebiet die Wachau. In Südtirol im Vintschgau. Von diesen
Gebieten aus, kommen die qualitativ hochwertigsten Früchte. Trotzdem sind perfekte Früchte auch da schwer zu bekommen. Da die perfektesten Exemplare
meist in die gehobene Gastronomie, zu ordentlich gehobenen Preisen kommen. http://www.wachauermarille.at/ Die beste Möglichkeit ist einfach mal im
wunderschönem Anbaugebiet einmal zur Ernte zu Urlauben.
Marillenknödel mit und nach Muttis’ Art
Als meine Mutter mir vorschlug dass wir gemeinsam Marillenknödel machen sollten, war Skepsis angesagt. Obwohl ich erst durch meine Mutter, die Liebe zum
Kochen gefunden hatte, dachte ich mir O’je, jetzt stoßen Welten aufeinander, den jeder von uns hatte seine eigenen Vorstellungen, an die “Sache” zu
gehen. Das sollte sich aber mitten im Arbeitsgang gehörig ändern. Wachauer Marillen zu bekommen war in Berlin nicht gerade von Erfolg gekrönt, und
einfach nehmen was da ist, kam auch nicht in Frage. Zufällig fiel mir ein aktuelles Angebot von Französischen Aprikosen in die Hände. Die sah ich mir
an, und kaufte exakt 10 handverlesene Exemplare. Dazu wanderte 1 Kg mehlige Kartoffel in die Tüte. Zuhause angekommen stellte ich fest dass nur noch ein
kleiner Rest “griffiges Mehl” vorhanden war. Aber meine Mutter wollte zu Mengenangaben der Zutaten keine Aussage machen, und von Rezeptangaben im
Internet hielt sie schon gar nichts. Also nehmen was da ist. Die Kartoffeln setzte ich mit Schale auf, und drückte sie heiß durch die Kartoffelpresse.
Ging sehr gut, die Schalen liesen sich nach jedem Pressvorgang gut entfernen. Nun kam meine Mutter ins Spiel. Auf Ihre Aufforderung lies ich drei Eier
in die noch ziemlich heißen Kartoffeln gleiten, sie rührte heftig mit dem Kochlöffel in der Masse. Der Aufforderung nach Mehl, folgte ich auch ohne zu
Murren. Nichts wurde abgewogen, nur eines war Tatsache. 10 Aprikosen, und ca. 1 kg mehlige Kartoffel standen zur Disposition. Wir wechselnden uns im
Rühren ab, bis sie meinte ich solle noch mehr Mehl zugeben, der Teig sei noch zu weich. Ich hatte nur noch Asiatische Reisstärke in zwei mittleren
Beuteln zuhause. Nach mindestens fünf Stärke Zugaben in den Teig, sollte er rasten.
In der Zwischenzeit drückte meine Mutter mit dem Stil eines
Kochlöffels, den Kern aus der Frucht und ersetzte ihn durch ein Stück Würfelzucker.
Gekonnt ist gekonnt. Der Teig übrigens war noch immer zu weich. Auf
Nachfrage meiner Mutter nach Weizengries musste ich passen. Ich konnte nur Asiatische Speisestärke oder Paniermehl Anbieten. Wir staubten weiter mit
Stärke, bis der Teig die richtige Konsistenz hatte und sich von der Wand des Rührgefäses löste. Nun nahm meine Mutter, in die mit Mehl gepuderte
Handfläche, einen gehäuften Esslöffel großen Teigbatzen und drückte ihn mit der anderen ebenfalls gepuderten Handfläche bis auf einen halben cm platt.
Nun nur noch die Marille in die Mitte gesetzt
und gleichmäßig die Frucht einschlagen. Fehlte noch ein bisschen, so war es kein Problem etwas
draufzusetzen, und zu verschliesen. Schön gleichmäßig rund gedreht, wanderte die dünn umhüllte Aprikose in simmerndes Salzwasser. Paniermehl hatte ich
mit gemahlenen Walnüssen in einer Pfanne goldgelb geröstet, etwas Vanillezucker und eine Prise Zimt abgeschmeckt. Die Knödel kamen nun hoch, ich lies
sie sicherheitshalber noch 5 Minuten nachziehen, dann in den Bröseln hin und her gerollt. Der große Moment war gekommen. Den Knödel noch dampfend
halbiert, und auf ein Bröselbett, mit Bourbone Staubzucker überzogen, sah das Werk zugegebener weise gut aus. Aber wie wird er schmecken? Ich mache es
kurz. . . “Perfekt”, wie ich es mir habe nicht träumen lassen. Die Hülle butterzart, flaumig leicht, die Aprikose Aromatisch duftend, und wohlschmeckend,
mit einem für das Auge geradezu betörenden Farbspiel. Von Orange zart, ins Rot Gelbe übergehend. Einfach grandios. Damit hatte ich nun wirklich nicht
gerechnet. Was habe ich gelernt? Ab jetzt nur noch die Knödel nach Gefühl, ohne Mengen und Größenangaben. Einfach nach “Muttis Art”.
Your . . .
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